Greifen

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Leere.
So viel Inspiration. So viel, was man sich vornimmt. Aber nur so wenig Worte im Kopf, um dies alles zu beschreiben. Wie benebelt sitze ich vor meinem Laptop, starre auf den Bildschirm und drücke mir ein Wort nach dem anderen aus dem Kopf, um anschließend den ganzen Text wieder zu löschen.
Nicht gut genug. Nicht ausreichend für meinen Anspruch an mich selbst. 
Der Blick wendet sich immer wieder ab vom Wesentlichen. Die Gedanken formen sich nicht zu Worten, wie sie es sonst mit dieser unendlichen Leichtigkeit tun. Schon eine Begrüßung entpuppt sich als Herausforderung. 
Ich sehe nicht das große Ganze. Nur ein kleines leuchtendes Detail, wie bei einem Puzzle, zu dem ich kein weiteres passendes Stück finde. Als gäbe es nur dieses eine und kein weiteres Puzzlestück.

Ich klappe den Bildschirm runter, gehe in die Küche und mache mir einen heißen Kakao, der meine Seele beruhigen soll. Ich schließe die Augen und nehme einen großen Schluck, sodasss ein par kleine Marshmallows in den Mund gelangen, die ich vorher Stück für Stück in das Getränk fallen lassen habe. Wie sie so langsam auf der Zunge schmelzen, während der Kakao meinen Brustkorb aufwärmt..
Trotzdem: Diese Unruhe in mir lässt sich nicht bändigen. So viele Ideen. So viel Euphorie. 
E i n e  B l o c k a d e . . .  
Ich finde den imaginären Raum nicht, in den ich mich zurückziehe, um kreativ zu sein. In dem ich meinen Alltag ausschalte und über der Welt schwebe. Wo ich mich in dieses einmalige Gefühl von Stille und Glanz flüchten kann. Dieser Glanz, wie von einem Sonnenuntergang, der sich in einem großen Gewässer spiegelt. Und diese Stille, die herrscht, wenn man nur noch allein da sitzt und in der Ferne ein letzter Spaziergänger den Heimweg anbricht.
Die Gedanken brechen immer wieder ab. Ich verlier sie und kann sie nicht zu Ende denken.
Es geht mir gut. Wirklich. Aber ich bin beunruhigt darüber, dass das, was ich anfasse, zu Ton wird und auf dem Boden zerbirst, statt Früchte zu tragen. Früchte, von denen hauptsächlich ich zehren kann. Auf die ich blicken kann und stolz sein kann. Das fehlt!
Und ich hoffe, dass dieser Schleier sich bald hebt und ich wieder mit klarem Blick und neuer Energie durchstarten kann. 

Ich strecke meine Hand Richtung Sonne und beobachte, wie das Licht durch die Finger scheint und sie zu etwas Abstraktem formt. 
Dann gehe ich zurück an den Schreibtisch, öffne den Laptop und schreibe diesen Eintrag. Den Gedanken an die abstrakte Hand habe ich dabei längst wieder verloren........
Ich weiß nur, dass sie ins Leere greift. So, als läge man im Bett, einen intensiven Traum durchlebend. Man greift nach einem Traumgegenstand und wacht auf, weil da nichts ist, was man umschließen kann mit der Hand. 
Nach was man greifen wollte, weiß man dann nicht mehr. Und wenn man sich darauf konzentriert, den Traum wiederzufinden, erscheinen andere Bilder vor den geschlossenen Augen und man weiß gar nicht, wonach man eigentlich suchen wollte.....




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